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Minister lobt Bürgerbegehren

 „Ein Nationalpark ist nicht nur ein Naturschutzgebiet, vor dem man ein Schild aufstellt. Es ist eine Marke, die eine Region attraktiv macht“: Aus seinem Wunsch, einen zweiten Nationalpark in NRW auszuweisen, machte Umweltminister Oliver Krischer (GRÜNE) bei seinem Besuch im Hochstift keinen Hehl. Knapp 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Fachgesprächs über den Nationalparks Egge nutzten die Gelegenheit, Fragen zum Stand der Dinge zu stellen und einen Blick in die Zukunft zu werfen.

Christoph Rüther, Landrat des Kreises Paderborn, Friedel Heuwinkel, Präsident Deutscher Naturparke, Carolin Bockhoff, kommissarische Geschäftsführerin Naturpark Teutoburger Wald, Karsten Otte, Sprecher der Bezirkskonferenz Naturschutz, Hans Jürgen Wessels, Vorsitzender des Fördervereins Nationalpark Senne-Eggegebirge, Benedikt Rasche, Vertreter Bündnis Bürgerbegehren Egge, Christian Schulte, Tischlermeister aus Lichtenau und Katharina von Ruschkowski, Biolandwirtin und Autorin waren auf Einladung der Grünen Landtagsabgeordneten Norika Creuzmann im Restaurant Gerold zusammengekommen, um ihre jeweiligen Positionen zu verdeutlichen.

Die Entscheidung des Kreistags Höxter, sich nicht um den Nationalpark zu bewerben, bedauert der Umweltminister. Diese Entscheidung müsse man respektieren. Gleichzeit sei auch ein Bürgerbegehren völlig legitim. Das gehöre zum demokratischen Prozess. „Ich finde es toll, dass Sie sich in dieser Weise engagieren“.  An längeren Zeitläufen zur Willensbildung werde eine Bewerbung sicher nicht scheitern, meinte der Umweltminister mit Blick auf den anvisierten Bewerbungsschluss Ende März.

Dann müssten vor Ort müssten gemeinsam mit der Bevölkerung viele Detailfragen zum Nationalpark geklärt werden. Dabei gehe es zum Beispiel  um genaue Kulisse, Wegekonzept, Besucherinformation, Flächenentwicklung und die Fragen der Nationalpark-Infrastruktur. Die Kommunen werden  über einen Nationalpark-Ausschuss eingebunden, so wie es auch in der Eifel seit 20 Jahren erfolgreich praktiziert werde. Thomas Hüvelmeier vom Naturwissenschaftlichen Verein forderte angesichts vieler Fakenews vor allem in Sozialen Medien mehr Sachinformationen aus Düsseldorf. „Es ist sehr schade: Ganz offensichtlich gezielt verbreiten Menschen Falschbehauptungen über Nationalparks, um andere zu verunsichern. Wir werden die Fakten noch einmal klar und unmissverständlich zusammenstellen.“

„Naturpark und Nationalpark Hand in Hand: Chancen für Tourismus und regionale Wirtschaft“ lautete der Titel des dritten Themenblocks an diesem Nachmittag. 104 Naturparke gibt es in Deutschland und bilden 28 Prozent der Fläche, erläuterte Friedel Heuwinkel. Viele Naturparke umgeben die Nationalparke und können gut die Besucherlenkung übernehmen.

Deutliche Worte über die Holzlobby fand Tischlermeister Christian Schulte: Diese würde die Bevölkerung bewusst falsch informieren. Die Holzverarbeiter müssten bei allen Fragen rund um den Nationalpark frühzeitig mitgenommen werden und Wege aufgezeigt bekommen. Insbesondere die Generation zwischen 15 und 45 würde mit falschen Infos versorgt.

Die Journalistin Katharina von Buschkowski hat bereits viel zum Thema Nationalpark recherchiert und unter anderem in der Zeitschrift GEO veröffentlicht. „Viele Menschen sind sich ihres Naturschatzes nicht bewusst“, erklärte sie. Sie selbst habe dies auch erst mit räumlichen Abstand erfahren.

Norika Creuzmann zitierte zum Abschluss die Studie von Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung: Von den neun planetaren Grenzen sind sechs schon gerissen. Das Kerngeschäft eines Nationalpark, der Schutz der Natur, kann hier ein klein wenig Abhilfe schaffen. Vor Ort gelte es, die vielen großartigen Naturschätze deutlich nach vorne zu stellen.

 

 



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