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Überlegungen zur Baustelle - Lange Str. als verkehrsberuhigte Zone

Im Moment erreichen uns verschiedene Zuschriften zum Thema Verkehr. Mit ausdrücklicher Zustimmung des Verfassers veröffentlichen wir hier einige Gedanken zur Langenstraße:

"Die Einschränkungen des Autoverkehrs, die bedingt durch die Baustelle vorgenommen wurden, vermitteln eine wohltuende Ruhe und Entspanntheit für alle Verkehrsteilnehmer: Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer. Es zeigt sich, dass der Verkehr funktioniert, auch mit Autos im Schritttempo.

Das wirft die Frage auf, ob der Straßenabschnitt nicht dauerhaft als verkehrsberuhigte Zone eingerichtet werden sollte.

1. Vorteile einer verkehrsberuhigten Zone Lange Str. vom Bahnübergang bis zum Konrad-Adenauer-Ring
• Einkaufsmeile statt Mauerblümchenläden (Aufwertung des Rathausplatzes und der anliegenden Praxen und Geschäftslokale)
• Mehr Bewegungsfreiheit für Fußgänger und Radfahrer
• Weniger Lärm für Anwohner und Passanten
• Entspanntes Ambiente einer Fußgängerzone und Miteinander im Verkehr
• Zentrales und repräsentatives Merkmal der Stadt Bad Driburg mit hohem Wiedererkennungswert
• Bessere Möglichkeiten zur Nutzung als Event-Lokation

2. Wie viel Zeitverlust erleiden Autofahrer beim Durchfahren der verkehrsberuhigten Zone Lange Str. vom Bahnübergang bis zur Konrad-Adenauer-Ring?
a) bei Tempo 50 Für die gesamte Strecke von 300 m braucht man bei Tempo 50 km/h exakt 21,6 Sekunden. Bei Annahme eines Abstandes zwischen den Fahrzeugen von 25 m ergibt sich eine Taktzeit von 1,8 Sekunden je Fahrzeug, was 33 Fahrzeuge pro Minute bzw. 2000 Fahrzeuge pro Stunde bedeutet. Das ist allerdings nicht mehr als ein theoretischer Wert, sozusagen der Traum des gehetzten Autofahrers. Denn der Abbiege- und Einmischverkehr reduziert zwangsläufig das Tempo. Außerdem bestimmt tatsächlich die Ampeltaktung am Konrad-Adenauer-Ring den maximalen Durchsatz der Fahrzeuge. Schätzungsweise passieren je Grünphase, d.h. alle 2 Minuten(?), ca. 10 Fahrzeuge die Ampel. Das sind dann glücklicherweise nur 300 Fahrzeuge pro Stunde. Aber auch diese Zahl wird in Zukunft nur schwer zu realisieren sein. Die geplanten Erneuerungen bei der Deutschen Bahn werden die Taktzeiten im Bahnverkehr verringern, was zu einer Schließung des Bahnüberganges schäzungsweise alle 10-15 Minuten führen wird.
b) bei Verkehrsberuhigung Abbiege- und Parkplatzverkehr kann bei der Betrachtung vernachlässigt werden, weil vereinfacht ebenso viele Fahrzeuge aus dem Verkehrsfluss verschwinden (einparken) wie sich wieder einmischen(den Parkplatz verlassen). Bei einer Geschwindigkeit von 6 km/h und der Annahme eines Abstandes zwischen den Fahrzeugen von 12 m ergibt sich eine Taktzeit von 7,2 Sekunden je Fahrzeug, was 8,3 Fahrzeuge pro Minute bzw. 500 Fahrzeuge pro Stunde bedeutet.

Der Vergleich der Ergebnisse unter a) und b) legt nahe, dass bei einer Geschwindigkeit von 6 km/h noch eine gute Reserve vorhanden ist, die Ampel in Richtung Konrad-Adenauer-Ring zu bedienen. Für die gesamte Strecke von 300 m braucht man im Schritttempo 6 km/h exakt 3 Minuten. Diese Dauer ist einerseits akzeptabel, um Geschäfte mit dem Auto in der Stadt zu erledigen, auf der anderen Seite genügend Anreiz, andere Verkehrsmittel zu wählen.

Damit wäre die verkehrsberuhigte Zone Lange Str. ein kostenloser Beitrag zur Lärmminderung und Luftreinhaltung. Liebe DriburgerInnen, ich bin kein Verkehrsexperte, meine Annahmen und Berechnungen resultieren aus gesundem (wie ich meine) Menschenverstand.

Das Ergebnis, selbst wenn überarbeitungsbedürftig ist, spricht aber eine deutliche Sprache. Wer will eigentlich stündlich 500 Fahrzeuge in der Stadt haben? Macht doch aus eurer Stadt wieder einen Ort des Zusammenlebens, wie schon in Jahrhunderten zuvor, ohne Hetze, zu der sich jeder getrieben fühlt, die aber keiner will."

Gerd Brüntrup
Hufelandstr. 13

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