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Ist das noch gerecht? Oder ist das schon ungerecht, was da in Reelsen passiert?

In Reelsen hat der Bezirksausschuss Anfang 2023 beschlossen, eine städtische Grünfläche für die Nachbarschaft im Neubaugebiet zu nutzen. Es handelt sich um ein kleines Grundstück, das nicht bebaut werden kann. Aus dem Dorfbudget wurde ein Bausatz für einen Holzpavillon gekauft und die Nachbarschaft hat den Bau übernommen. So macht man das im Dorf: Alle packen gemeinsam an. So weit, so gut.

Nun gibt es einen Kaufinteressenten für ein Nachbargrundstück, jemand möchte hier bauen, macht aber zur Bedingung, dass der Pavillon verschwindet und er die kleine öffentliche Grünfläche dazukaufen kann.

Der Bezirksausschuss Reelsen reagierte mehrheitlich irritiert. Die Nachbarschaft wies darauf hin, dass dann viel ehrenamtliches Engagement für die sprichwörtliche Katz gewesen wäre.
Niemand wurde gefragt! Niemand hat das Gespräch mit den Ehrenamtlichen gesucht. Andere Kaufinteressenten für das Baugrundstück ohne die kleine Grünfläche seien von der Stadt immer wieder abgewiesen worden.

Für die Interessen dieses neuen Bewerbers setzten sich die CDU-Vertreter jedoch vehement ein, nicht aber für die Interessen des Reelsers, der sich bereits früher und ohne das kleine Grundstück zu verlangen, beworben hatte. Hier steht nach Ansicht der CDU der Beruf im Vordergrund - ein Arzt wäre wichtiger als ein Handwerker.

Es bleiben viele Fragen:

  • Warum wusste der anwesende Bürgermeister nichts von den anderen Kaufanfragen, die sich nur auf das Baugrundstück ohne die öffentliche Grünfläche bezogen?
  • Wie sehr wird bürgerschaftliches Engagement in Driburg geschätzt?
  • Oder wird das Ehrenamt nur in Reden, aber nicht im Handeln wertgeschätzt?
  • Gibt es keine anderen Baugrundstücke in der Stadt?
  • Warum taucht das umstrittene Baugrundstück in der Baulückenübersicht der Stadt gar nicht auf? Ganz Reelsen taucht da nicht auf, warum?
  • Ist es üblich, dass Grundstückskäufer „Bedingungen“ stellen, die öffentliche Grünflächen betreffen?

Der Bezirksausschuss hat dann sehr weise entschieden, dass diese und viele andere Fragen erst einmal von der Verwaltung geklärt werden müssen. Dann würde man sich wieder mit dem Thema beschäftigen.



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