26.04.2013

Landrat nimmt Gefahr durch das Atomkraftwerk Grohnde ernst!

Antwort auf GRÜNE Anfrage zeigt Lücken im Schutz für die Bevölkerung auf


Sehr ausführlich hat die Kreisverwaltung auf eine Anfrage der GRÜNEN im Kreistag zum Schutz der Bevölkerung bei einem möglichen Unfall im Atomkraftwerk Grohnde geantwortet. Die so genannte Außenzone für das Atomkraftwerk Grohnde umfasst auch Gebiete im Norden des Kreises Höxter.

Der zuständige Katastrophenschutz des Kreises Höxter arbeitet daher eng mit dem Landkreis Hameln-Pyrmont und mit dem Radiologischen Lagezentrum Hannover zusammen. In einem eigenen Anschlussplan für den Katastrophenschutz sind Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung, aber auch für eine möglicherweise notwendige Evakuierung vorgesehen.

„Trotz dieser vielen Maßnahmen und Pläne bleiben doch Fragen offen, die uns Sorgen machen“, fasst Gisbert Bläsing, Sprecher der GRÜNEN im Kreistag zusammen. „So ist eine Beteiligung der Bevölkerung bei Katastrophenschutzübungen nicht vorgesehen. Trotzdem müssen im Falle eines Unfalls im Atomkraftwerk Grohnde die Menschen doch wissen, was zu tun ist!“ Schutzausrüstung wird zwar für die Einsatzkräfte, nicht aber für die Bevölkerung vorgehalten.

Die GRÜNEN im Kreistag begrüßen, dass im Kreis Höxter alle Ortschaften noch mit Sirenen ausgerüstet sind. So kann im Notfall schnell gewarnt werden. Auch in das Programm der lokalen Radiosender kann sich die Leitstelle direkt einschalten und wichtige Informationen an die Bevölkerung geben.

„Es ist damit zu rechnen, dass je nach Schadensausmaß eine Evakuierung der Bevölkerung im Kreis Höxter schnell an ihre Grenzen stoßen wird. Insbesondere alleinstehende Menschen ohne PKW sind auf eine effektive Evakuierung angewiesen. Auch die Probleme, die eine Massenflucht mit sich bringt, wenn – wie von den Behörden erwartet – mehr als die Hälfte der Bevölkerung auf eigene Faust und mit eigenem PKW flüchten wird, müssen bei der Evakuierungsplanung sorgfältig berücksichtig werden", so Gisbert Bläsing.

Wesentlich kritischer ist aber der Bereich der medizinischen Versorgung: Nur die Krankenhäuser in Höxter und Bad Driburg sind auf eine Erstversorgung von verstrahlten Patienten eingerichtet. Insgesamt gibt es in den Krankenhäusern nur zwei entsprechend ausgebildete Ärzte, die von vier fachlich geschulten Mitarbeitern unterstützt werden. In den ambulanten Praxen gibt es weitere fünf Fachärzte, dazu kommt der Betriebsarzt der Kreisverwaltung.

Jodtabletten wurden bisher nur für die Menschen in der 25-km-Zone bereitgehalten. In Kürze wird jedoch das Land NRW weitere Vorräte zur Verfügung stellen, damit auch Kinder, Jugendliche und Schwangere in der 100-km-Zone versorgt werden können.

Gisbert Bläsing: „Das alles kostet viel Geld. Aktuell ist es der Steuerzahler, der für diese Kosten aufkommt. Wir GRÜNEN fordern daher nachdrücklich, dass auch bei Atomkraftwerken und dem zugehörigen Katastrophenschutz das Verursacherprinzip angewendet wird und die Betreiber der Atomkraftwerke die immensen Kosten für den Katastrophenschutz bezahlen müssen!“

Anfrage der GRÜNEN Kreitagsfraktion

Antwort des Landrates als pdf-Datei

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