22.06.2016

Pflegefall? Was tun? GRÜNE Kreistagsfraktion lernt Modellprojekt aus Lippe kennen

Wer kennt die Situation nicht? Ein Familienmitglied kommt aus dem Krankenhaus und kann nicht mehr so leben wie gewohnt. Es muss Hilfe und Unterstützung organisiert werden.
Da gibt es ein breites Angebot. Das zu sichten und zu bewerten ist sehr aufwendig und zeitraubend. Brauche ich das wirklich? Habe ich auf der anderen Seite an alles Notwendige gedacht? Betroffene und Angehörige haben es in dieser Situation nicht leicht.

Die GRÜNE Fraktion im Kreistag Höxter hat sich nun ein Modellprojekt aus Lippe vorstellen lassen. Es heißt „Case-Management am Küchentisch“. Dabei handelt es sich um ein Versorgungskonzept, das direkt auf die Altersmedizin abgestimmt ist.
Hierbei sind ausgebildete Krankenschwestern die Schnittstelle zwischen medizinischer Versorgung sowie pflegerischer und hauswirtschaftlicher Betreuung.

„Meist werden wir vom Hausarzt oder vom Krankenhaus auf einen Bedarf hingewiesen. Dann besuchen wir die Menschen zuhause und überlegen gemeinsam „am Küchentisch“, welche Wege es gibt, mit der Situation besser fertig zu werden.“ erläutert Anja Rethmeier-Hanke, Gesundheitshelferin in Lippe. Dabei ist die Anbindung an die niedergelassenen Ärzte ganz wichtig.
Die Beratung direkt zuhause kann beispielsweise einen Weg durch das breite Angebot im pflegerischen und hauswirtschaftlichen Bereich aufzeigen. Frau Rethmeier-Hanke: „Die Frage ist doch: Wie kommt der, der etwas braucht, an das richtige Angebot?“

Die Probleme älterer Menschen seien vielfältig: Eingeschränkte Mobilität – auch im eigenen Heim, hauswirtschaftliche Defizite, ungesicherte Medikamenteneinnahme, Informationsdefizite über Unterstützungsmöglichkeiten, Vereinsamung und vieles mehr. „Das medizinische System ist aber mit der sozialen Situation überfordert. Diese Lücke schließt die Gesundheitshelferin, die die hilfsbedürftigen Menschen häuslich begleitet.“ erklärt Anja Rethmeier-Hanke.

„Das ist ein hochinteressantes Projekt!“ zeigt sich Christiane Nagel, GRÜNES Mitglied im Kreissozialausschuss, beeindruckt. „Wir können es nur unterstützen, dass älteren Menschen und ihren Angehörigen in dieser zunächst schwierigen Lebenssituation unabhängige und medizinisch geschulte Berater zu Seite gestellt werden.“ Offenbar laufe das Modell im Kreis Lippe erfolgreich. Alle Beteiligten dort seien mit den gemachten Erfahrungen hoch zufrieden. „Das lässt sich bestimmt auch auf den Kreis Höxter übertragen.“ sind die GRÜNEN zuversichtlich.

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